

Die meisten Unternehmer sagen: „Klar kenne ich meine Zielgruppe." Und dann beschreiben sie demografische Daten. Alter, Branche, Unternehmensgröße. Vielleicht noch ein paar Herausforderungen.
Das Problem: Das ist kein Kunde. Das ist eine Schablone.
Ich sehe das ständig. Kurze Beschreibungen: „35 bis 55 Jahre, Inhaber mittelständischer Unternehmen, finanziell stabil, suchen nach Wachstum."
Klingt vernünftig. Hilft nur nicht.
Denn wenn du mit dieser Beschreibung deine Website textest, dein Angebot formulierst oder ein Erstgespräch führst – wen sprichst du dann an? Alle. Also niemanden.
Ich begleite gerade ein Startup, das eine KI für Leichte und Einfache Sprache entwickelt hat. Ihre Zielgruppe: Behörden und Verwaltungen (B2G).
In ihrem Ideal Customer Profile stand als Entscheider: „Finance".
Das Problem: In einer Behörde gibt es keinen „Verantwortlichen Finance". In den deutschen Verwaltungen heißt die zentrale Finanzverantwortung in der Regel Kämmerer / Kämmerin bzw. Leiter*in der Finanzverwaltung - jemand, der den Haushaltsplan verantwortet.
Ein Wort. Aber ein Wort, das entscheidet, ob sich jemand angesprochen fühlt – oder ob er denkt: „Die verstehen meine Welt nicht."
Wer „Finance" schreibt, klingt nach Startup, das mit Konzernen spricht. Wer „Kämmerer" schreibt, klingt nach jemandem, der weiß, wie Verwaltung funktioniert.
Deinen Kunden kennen heißt nicht, seine Merkmale aufzulisten. Es heißt, seine Sprache zu sprechen. Seine Situation zu verstehen:
Nicht „er sucht Effizienz". Sondern: Er muss Bescheide barrierefrei machen, hat kein Budget für externe Übersetzer und die Rechtsabteilung atmet ihm in den Nacken.
Nicht „Verantwortlicher Finance". Sondern: Kämmerer, Amtsleiter, Sachgebietsleitung Haushalt.
Nicht „Pain Points" und „Stakeholder". Sondern: Verwaltungsvorschrift, Haushaltssperre, Bescheidwesen.
Solange du deinen Kunden nur beschreibst, statt ihn zu verstehen, passiert Folgendes:
Erst wenn du die Situation deines Kunden so genau beschreiben kannst – in seinen Worten – dass er denkt „Das bin ja ich", wird dein Marketing wirksam.
Hör auf, Zielgruppen zu beschreiben. Fang an, ihre Sprache zu lernen.
Nicht ihre Demografie. Ihre Begriffe. Ihre Welt. Ihr Wording.
Du willst herausfinden, wer dein Kunde wirklich ist – und wie er spricht? Im Navigationsprogramm starten wir genau dort: Wer soll anfragen, wie tickt er, und welche Worte öffnen Türen? Gespräch vereinbaren.