

Wenn der Umsatz einbricht, greifen die meisten zu den üblichen Mitteln: mehr posten, mehr Akquise, vielleicht eine Rabattaktion. Das Problem ist nur – meistens liegt es nicht daran.
Die unbequeme Wahrheit: Ein Umsatzproblem ist oft ein Positionierungsproblem. Und mehr Marketing auf ein unklares Geschäft macht es nicht besser. Es macht es teurer.
Du bekommst Anfragen – aber die falschen. Kunden, die vergleichen, drücken, zaudern. Oder die nach dem Erstgespräch verschwinden. Der Reflex ist dann: Ich brauche mehr Sichtbarkeit. Mehr Leads. Mehr Reichweite.
Aber frag dich ehrlich: Wenn du morgen doppelt so viele Anfragen bekämst – wären es die richtigen?
In den meisten Fällen, die ich sehe, ist das Problem nicht die Menge. Sondern die Passung. Das Geschäft ist nicht klar genug. Nicht für die Richtigen. Nicht auf den ersten Blick.
Wenn alles möglich ist, wird nichts entschieden. Eine Website, die alle anspricht, bekommt genau das: alle. Auch die, die nicht passen.
Die Folge: zähe Gespräche, Preisdiskussionen, Angebote ohne Abschluss. Du investierst Zeit in Menschen, die am Ende woanders kaufen – oder gar nicht.
Das ist kein Marketingproblem. Das ist ein Entscheidungsproblem.
Wer genau ist dein Kunde – und wer nicht mehr? Was verkaufst du konkret – als Paket mit klarer Kante? Warum sollte jemand dich beauftragen, zu deinem Preis, gerade jetzt?
Solange diese Fragen offen sind, löst mehr Sichtbarkeit nichts. Sie verstärkt nur das Grundproblem.
Wachstum im zähen Markt entsteht nicht durch mehr Maßnahmen. Sondern durch eine Entscheidungskette, die Entscheidungen leichter macht:
Zielkunde definieren – und Ausschlüsse treffen. Angebot schärfen – vom Bauchladen zum Kernangebot mit Kante. Preislogik klären – nicht rechtfertigen, sondern argumentieren. Verkaufsstory bauen – Problem, Lösung, Beweis, nächster Schritt.
Erst danach macht es Sinn, über Kanäle und Kampagnen zu sprechen.
Ein Beispiel aus meiner Arbeit: Ein Handwerksbetrieb war zu breit aufgestellt. Viele kleine Projekte, hoher Koordinationsaufwand, ständig Preisdiskussionen.
Die Entscheidung: Spezialisierung auf Komplettausbauten – konsequentes Ausschließen kleiner Aufträge. Die Umsetzung: Positionierung, Angebot und Verkaufsstory geschärft.
Das Ergebnis: Innerhalb von zwölf Monaten stieg der durchschnittliche Auftragswert von 7.000 auf 100.000 Euro. Nicht durch mehr Marketing. Durch Klarheit.
Wenn dein Umsatz einbricht, frag dich nicht zuerst: Was kann ich tun?
Frag dich: Ist mein Geschäft klar genug für die Richtigen – auf den ersten Blick?
Wenn ja, dann ist mehr Sichtbarkeit der richtige Hebel. Wenn nein, dann ist es Zeitverschwendung.
Du willst wissen, wo bei dir die eigentliche Lücke liegt?
30 Minuten Gespräch. Kein Verkaufspitch. Wir klären, wo du stehst und was der sinnvollste nächste Schritt wäre.
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