9 Mai 2019

Duzen oder Siezen? Die passende Anrede für deine Marketingunterlagen

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„Auf Social Media wird schon immer geduzt!“

„Ich bin so froh, dass Sie nicht sofort mit dem Du ins Haus fallen. Das kann ich bei den Anderen überhaupt nicht leiden!“

Falls du unsicher bist, welche Anrede für deinen Markenauftritt auf den verschiedenen Marketingkanälen die Beste ist, lies dir meinen heutigen Blogartikel durch. Denn aus meiner Sicht gibt es nicht nur „Du“ oder „Sie“ sondern genauso Mischlösungen.

Was ist die richtige Anrede?

Wer Inhalte für seine Leser produziert, macht sich logischerweise Gedanken, wie die Ansprache am besten passt. Und je mehr Content du produzierst, desto klarer darfst du dir über einen guten Übergang zwischen den einzelnen Medien sein. Nutzt du allein das kumpelhafte „Du“  oder das höfliche „Sie“ für deine Kommunikation ist alles klar, du ziehst diese Anrede komplett auf allen Marketingmaterialien durch. Das ist einfach.

Tickst du so wie ich: deine Webseite ist im „Sie“ verfasst, kann es sein, dass du am Übergang zu den sozialen Medien hängen bleibst. Genau der Übergang hakte für mich in den letzten Monaten. Ich sprang zwischen Du und Sie ständig hin und her, das kostete mich Zeit und Aufmerksamkeit. Und mir war nicht genau klar, wo ich die Grenze ziehe. Damit Dir dieser Gedanken-Wirrwarr nicht passiert oder du zumindest weißt, auf was du dich einlässt, erkläre ich dir hier, auf was du achten darfst und eine gute Entscheidung triffst.

Mit Medienbrüchen umgehen

Facebook PostSchrieb ich einen neuen Blogartikel – Siezte ich, weil meine ganze Webseite in Sie verfasst ist. Produzierte ich ein Video für den Blogartikel band ich es zusätzlich bei YouTube ein oder lud es bei Facebook hoch. Für beide Medien brauche ich passenden Teasertexte, also Vorschautexte. Du oder Sie?

Schrieb ich den Vorschautext in Du – wie hier, hatte ich immer den Eindruck meinem Leser nah zu sein und wenn derjenige auf meinem Blogartikel landete oder mein Video ansah, stieß ich ihn wieder mit dem Sie von mir weg.

Diese Medienbrüche sind kommunikative Schnittstellen, die du dir sauber überlegen darfst, wie du es für dich und dein Geschäft löst. Sonst stellst du dir immer dieselbe Frage und verschwendest deine Zeit.

Alles auf Du?

Ist für mich (noch) keine Option. Warum? Ich bin eine Endvierzigerin. Für mich ist es ganz normal, Menschen im geschäftlichen Umfeld erstmal zu Siezen. Das finde ich weder gestelzt noch übertrieben distanziert, sondern schlichtweg passend. Passend auch für meine Marketingmaterialien, die ich verteile, wie Flyer, Visitenkarten, Broschüren, Ausleger, Vortragsunterlagen und einige Teile meiner Webseite.
Meine komplette Webseite ins Du umzuschreiben, wäre mir persönlich zu platt.
Doch jeder tickt anders!

Alles auf Sie?

Passt für mich auch wiederum nicht. Ich erzähle sehr viel von mir auf meinem Blog oder in den sozialen Medien. So distanziert bin ich nicht – ganz im Gegenteil! Lerne ich jemanden neu kennen, komme ich meinem Gegenüber sehr schnell recht nah – ich bin wohl eher ein Mensch mit dem Begriffspaar geschäftsmäßig/beziehungsbetont, wenn ich mich nach Tim Templeton beschreiben würde. Sprich: Wir sind schnell bei tiefen Themen und beim Du.

Wie also jetzt?

Ich habe meine Anrede für verschiedene Bereiche so definiert. Vielleicht passt das ja auch für dich

  • Sie-Zone = für den allerersten Kontakt mit mir
    Das sind Teile meiner Webseite, Salespages, Pop-ups, sowie offline Materialien, wie Flyer, Ausleger, Broschüren, Vortragsunterlagen.
  • Du-Zone = für Kunden, Bekannte, Freunde und Follower
    Betrifft Blog, Newsletter, Freebie, Social Media, online Trainingsunterlagen

Du-Sie-Zonen

Medienbrüche, also der Übergang vom Sie ins Du, ergeben sich dann bei mir an folgender Schnittstelle:

Ein neuer Webseitenbesucher meldet sich für mein Freebie: 6 Tage – 6 Fragen – 1 Ziel: Ihr Marketing richtig aufbauen, an. Nach dem Anmeldeprozess erhält mein Leser eine Bestätigungs-E-Mail. Sobald der Leser mein Newsletter Abo bestätigt, bekommt er die erste Mail, wo ich erkläre, dass wir uns ab hier duzen.

Pauschal Aussagen

„Sie schafft Distanz“ und ein „Du macht dich deinen Lesern nah“. Solche Ratschläge sind mir zu einfach gedacht.
Ich kann mit einem „Sie“ einem Menschen sehr wohl nah sein, zuhören und mein Gegenüber verstehen. Und ich kann im „Du“ mit einem Menschen trotzdem sehr distanziert sein. Es ist abhängig von der eigenen Haltung oder dem Tun und dem Wollen – es liegt niemals am Wort.

Wenn du also eine Anrede Variante für dich wählen möchtest, überlege lieber was wirklich zu dir und deinem Business passt.

Wie Du die passende Anrede für deine Marketingunterlagen findest

Um herauszufinden, was zu dir und deinen Kunden passt stelle dir bitte folgende drei Fragen

1. Wer bist du?

Wie bist du im privaten Leben? Bist Du eher distanziert? Oder gehst du offen auf andere Menschen zu? Bist Du sofort beim „Du“? Oder startest Du mit einem „Sie“ ins erste Kennenlernen?
Mir ist es wichtig mein Gegenüber wertschätzend und respektvoll zu behandeln, daher bin ich im allerersten geschäftlichen Kontakt erst beim Sie. Starten wir dagegen eine gemeinsame Zusammenarbeit sind wir super schnell beim Du – ich mag es mit Menschen vertrauensvollen und tiefe Bindungen einzugehen. An der Oberfläche zu bleiben, ist nicht so mein Ding. Wie bist du?

2. Wer ist dein Kunde?

Die beste Möglichkeit herauszufinden, wie die Anrede sein soll, ist dir deinen Kundenavatar genau anzusehen. Hier wird dir ziemlich schnell klar, was passt. Bist du eine Versicherungsmaklerin wirst du ein „Sie“ vielleicht bevorzugen. Arbeitest du als Hoteleinrichterin wird es das dasselbe sein. Schulst du digitale Nomaden bei ihrer Speaker Karriere, ist das „Du“ wahrscheinlich die Wahl. Als Stilberaterin sprichst du am liebsten Mami´s an? Logisch, dann ins „Du“, fängst du langsam an eine neue Zielgruppe „Geschäftsleute“ zu erschließen kann es sein, dass du anfängst zu Siezen.

Die richtige Anrede sollte zu dir und deinen Kunden passen. Was wünschen sich deine Lieblingskunden? Wie wollen sie angesprochen werden?

3. Was für ein Beziehungstyp bist du?

Das ist für mich die wichtigste Frage, wenn deine Kommunikation authentisch werden soll. Wie bist du wirklich? Um dein Marketing passend für dich aufzubauen, solltest du wissen, wie du mit deinen Mitmenschen umgehst.

Die vier Persönlichkeitstypen nach Tim Templeton

Tim Templeton hat in seinem Buch Erfolgreiches Networking dazu vier Persönlichkeitstypen im Geschäftsleben durch zwei Begriffe beschrieben. Der erste Begriff links des Schrägstrichs verdeutlicht, wie andere dich sehen. Der zweite Begriff rechts vom Schrägstrich steht für deine natürliche Veranlagung in Geschäftsbeziehungen

  • Beziehungsbetont / beziehungsbetont
  • Beziehungsbetont / geschäftsmäßig
  • Geschäftsmäßig / beziehungsbetont
  • Geschäftsmäßig /geschäftsmäßig

Beziehungsbetont / beziehungsbetont = Du

Eine beziehungsbetont/ beziehungsbetonte Person denkt nur in Beziehungen. So jemand macht sich die geschäftlichen Konsequenzen seines Handelns kaum bewusst und wenn, dann versucht er sie sofort mit irgendwelchen Beziehungsargmenten zu rechtfertigen. Das zweite Wort muss also auch „beziehungsbetont“ lauten.

Wie wäre hier die Anrede auf allen Kanälen? Klar, das „Du“.

Beziehungsbetont / geschäftsmäßig = Sie / Du

Eine beziehungsbetont / geschäftsmäßige Person geht sehr beziehungsbetont auf Menschen zu und ist anfangs auch wirklich sehr interessiert an der Beziehung, aber sobald es um die geschäftlichen Inhalte geht, beginnt sie strategisch zu denken.

Hier beginnt für mich die Mischform in der Kommunikation: „Sie“ und „Du“

Geschäftsmäßig / beziehungsbetont = Sie / Du

Die geschäftsmäßig / beziehungsbetonte Person zeigt auf den ersten Blick nicht das gleiche Interesse an der Beziehung wie am reinen Geschäft. Sobald aber das Geschäft zustande gekommen ist, entwickelt sie eine tiefe Beziehung.

Auch hier würde ich die Mischung aus „Sie“ und „Du“ wählen.

Geschäftsmäßig /geschäftsmäßig = Sie / Sie

Der Persönlichkeitstyp ist das Gegenteil von beziehungsbetont/ beziehungsbetont. Geschäftsmäßig / geschäftsmäßige Menschen tun sich in der Regel schwer mit beziehungsbetonten Marketingansätzen, solange sie die investierte Zeit nicht mit einen oder anderen rein geschäftlichen Erfolgen rechtfertigen können, die sie jedoch regelmäßig erzielen.

Folglich ist die Kommunikation recht distanziert, der Mensch dahinter möchte ja auch seinen Abstand wahren, also ein klares „Sie“!

Fazit:

Das Wichtigste in der Marketingkommunikation ist authentisch zu bleiben.

Nichts ist schlimmer als eine Fassade zu zeigen, ob du nun verkrampft cool rüberkommen möchtest oder gekünstelt professionell. Warum? Dein Gegenüber merkt es intuitiv. Er empfindet das als einen Störfaktor und das Vertrauen in dich und dein Angebot schwindet. Um mehr Kunden zu gewinnen, dich vom Wettbewerb deutlich abzuheben und dem typischen Preiskampf zu entgehen ist es so hilfreich deine authentische Stimme erklingen zu lassen.

Die Menschen werden sich zu dir hingezogen fühlen, weil du echt und authentisch bist. Deine Echtheit wirkt anziehend und schützt dich davor, jemand anders als du selbst sein zu wollen. Übertragen aufs Marketing: Wenn du bereit bist, deinen Marketingprozess an dir, deiner unverwechselbaren Art und deinen Werten anzupassen wird Deine Marke einzigartig.

Das sorgt für Aufmerksamkeit, Reichweite, Sichtbarkeit und mehr Kunden.

Wie löst du die Anrede auf deinen verschiedenen Marketingkanälen?

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